Elektroautos laden - wo und wie?

Autor: ActiveCar-Redaktion am 15.08.2016
Schlagworte: Ladestationen, Elektroautos, Laternen, Steckdosen

Vorab: Es gibt (noch) keine Standards. Zunächst gilt es eine vorhandene Ladestation zu finden. Sodann ist zu klären, ob eine Kundenkarte notwendig, Anmeldung per Smartphone erforderlich oder eben ein hochpreisiges Spezialkabel im Kofferraum die Wahl ist. All dies hört sich uneinheitlich an und wirkt unbequem bzw. kompliziert...

Dem Milliardenprogramm für Elektroautos der Bundesregierung zufolge (wir berichteten) sollen 300 Millionen Euro in den Bau von 15.000 Ladestationen fließen. Ist das jetzt viel? Für Experten erschließt sich nicht, wie an der Stelle flächendeckend gewirtschaftet werden kann. Gerade in ländlichen Regionen ist mit geringer Abdeckung zu rechnen.

Können Tankstellenbetreiber nicht einfach neben die mithin existierenden Säulen Ladestationen installieren? Viele Tankstellenbetreiber wollen den Markt bzw. dessen Entwicklung erst beobachten. Gern wird argumentiert, dass die Stellplätze der Grundstücke begrenzt seien und die ladenden Elektroautos die Ladesäulen blockieren würden.

Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit ist noch keine Infrastruktur erwachsen. Pächter erhalten lediglich einen kleinen Teil des geringen Umsatzes; den Gewinn macht der Energieversorger.

Kann die Berliner Firma Ubitricity Abhilfe schaffen, die eine Laternen-Steckdose entwickelt hat? Zugegeben: Diese kostet weniger als 1.000,- Euro! Doch das k.o.-Argument: Laternen sind nicht ans Internet angebunden. Um den Verbrauch abzurechnen ist ein Ladekabel mit Stromzähler vonnöten.

Wie man sehen kann ist das Thema "Elektromobilität" noch in den Kinderschuhen - in sehr kleinen. Die Autohersteller fordern von den Energieversorgern in Ladestationen zu investieren bzw. ein Netz aufzubauen. Die Energieversorger wiederum bemängeln, dass es zu wenig Elektrofahrzeuge bzw. zu geringe Nachfrage gäbe. Einer versteckt sich hinter dem anderen. Oder halt eine Patt-Situation.

Umweltprämie - Klappe die Zweite

Autor: ActiveCar-Redaktion am 16.07.2016
Schlagworte: Umweltprämie, Konjunkturpaket, Zulage, Hybridfahrzeuge, Elektroautos

Während man sich bis 1.9.2009 bei Erfüllung besonderer Voraussetzungen (altes Fahrzeug verschrotten, Neu- oder Jahreswagen zulassen) im Rahmen des Konjunkturpakets II eine staatliche Zulage in Höhe von 2.500 Euro einhamstern konnte, ist seit 2.7.2016 die Umweltprämie für Hybridfahrzeuge (3.000 Euro) und Elektroautos (4.000 Euro) am Start.

Die Kosten des aktuellen Förderprogramms belaufen sich auf 1,2 Milliarden Euro, welche sich der Bund und die Autohersteller teilen. Dieser Umweltbonus sollte für 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge reichen. Durch diese Umweltprämie soll der - bisher eher schleppend laufende - Verkauf der Elektroautos deutlich angekurbelt werden.

Erhält diesen Zuschuss jeder Autokäufer? Ja, soweit gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Beispielsweise muss das Neufahrzeug ab dem 19.05.2016 zugelassen worden sein. Weiterhin darf der Listenpreis höchstens 60.000 Euro betragen - schließlich sollen Luxuskarossen nicht subventioniert werden. Die Rechnung des Autohändlers muss den Abzug der Prämie ausweisen.

Abschließend ist ein Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu stellen.

Wie es mit der erweiterten Steuerfreiheit solcher Fahrzeuge aussieht und wie es um weitere Tankstellen (Strom-Ladestellen) bestellt ist, wird Gegenstand zukünftiger Beiträge sein.